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Kennzahlen

Deckungsbeitrag statt Marge: den Menü-Mix richtig steuern

Warum Franken wichtiger sind als Prozente: Deckungsbeitrag je Gericht berechnen, die Renner-Penner-Matrix anwenden und die Karte profitabler machen.

5 Minuten Lesezeit · aktualisiert 10.7.2026

Der häufigste Kalkulationsfehler in der Gastronomie: Gerichte nur nach Foodcost-Prozent beurteilen. Die Bank akzeptiert aber keine Prozente — bezahlt wird in Franken. Die richtige Grösse dafür ist der Deckungsbeitrag.

Die Formel

Deckungsbeitrag (DB) = Verkaufspreis netto − Wareneinsatz

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich:

GerichtVK nettoWareneinsatzFoodcost %DB in CHF
Pasta PomodoroCHF 21.—CHF 4.2020 %CHF 16.80
RindsfiletCHF 52.—CHF 19.2037 %CHF 32.80

Nach Foodcost-Prozent ist die Pasta der Star. Aber jedes verkaufte Filet bringt fast doppelt so viele Franken in die Kasse, um Löhne und Miete zu bezahlen. Beide Sichtweisen haben ihren Platz — wer nur eine kennt, steuert falsch.

Die Renner-Penner-Matrix

Kombinieren Sie je Gericht die Verkaufsmenge (Renner/Penner) mit dem Deckungsbeitrag (hoch/tief) — aus den Verkaufsdaten Ihrer Kasse:

DB hochDB tief
Verkauft sich gut⭐ Stars — pflegen, prominent platzieren🐴 Zugpferde — Preis leicht erhöhen oder Rezeptur optimieren
Verkauft sich schlecht🧩 Rätsel — aktiv empfehlen, besser platzieren, umbenennen🐕 Ladenhüter — von der Karte streichen

Drei Stellschrauben in der Praxis

  • Platzierung: Das erste und das letzte Gericht einer Kategorie werden am häufigsten gewählt — dort gehören Stars hin, nicht Ladenhüter.
  • Preisarchitektur: Ein bewusst teures Ankergericht macht die Stars daneben günstig wirken. Preise knapp unter Schwellen (CHF 29.50) bringen weniger als saubere Beträge mit gutem DB.
  • Aktive Empfehlung: Was das Team empfiehlt, wird bestellt. Briefen Sie den Service auf 2 – 3 Stars pro Schicht — messbar im Menü-Mix der Folgewoche.

Praxis-Tipp

Werten Sie den Menü-Mix monatlich aus und ändern Sie die Karte in kleinen Schritten. Zwei gestrichene Ladenhüter und ein besser platzierter Star bewegen den Betriebs-DB oft mehr als jede Einkaufsverhandlung.

In STRUCT steht diese Matrix unter Artikel & Rezepte › Menu Engineering, gerechnet aus den Verkäufen Ihrer Kasse und den Rezepten, ab der Stufe Professional.

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