STRUCTSTRUCTHOSPITALITY Alle Artikel
Kennzahlen6 Min Lesezeit · aktualisiert 10.7.2026

Personalkosten in der Gastronomie: Welcher Anteil ist gesund?

Personalkosten sind in der Schweizer Gastronomie fast immer der grösste Kostenblock — grösser als der Wareneinsatz. Gleichzeitig ist Personal das, was Gäste erleben. Die Kunst ist nicht, möglichst wenig auszugeben, sondern die richtige Besetzung zur richtigen Zeit zu haben.

Die PK-Quote

PK-Quote = Personalkosten ÷ Nettoumsatz × 100

Zu den Personalkosten gehören nicht nur Bruttolöhne: Sozialleistungen (AHV/IV/EO, ALV, BVG, UVG, KTG) und der 13. Monatslohn schlagen je nach Betrieb mit rund 15 – 20 % zusätzlich auf die Bruttolohnsumme. Wer nur die Löhne rechnet, unterschätzt seine Quote systematisch.

Zielwerte nach Konzept

KonzeptPK-Quote Zielkorridor
Selbstbedienung / Take-Away25 – 32 %
Restaurant mit Service32 – 40 %
Hotel-Restauration35 – 45 %
Fine Dining40 – 48 %

Ein einzelner Monat sagt wenig — Ferienzeiten, Krankheitsfälle und Saisonalität verzerren. Entscheidend ist die Quote pro Woche und im Trend, verglichen mit dem geplanten Umsatz.

Die Königskennzahl: Prime Cost

Prime Cost = WK-Quote + PK-Quote

Waren- und Personalkosten zusammen sollten in den meisten Konzepten unter 60 – 65 % des Nettoumsatzes bleiben. Darüber wird es eng: Miete, Energie, Unterhalt, Versicherungen, Marketing und Ihr Unternehmerlohn müssen aus dem Rest bezahlt werden. Die Prime Cost ist die ehrlichste einzelne Zahl über die Gesundheit eines Betriebs.

Personalkosten senken — ohne Serviceverlust

  • Nach Forecast planen statt nach Gefühl: Der teuerste Fehler ist Überbesetzung an ruhigen Tagen — sie fällt nicht auf, weil alle beschäftigt wirken. Wer die erwartete Gästezahl kennt, plant die Schicht passend.
  • PK-Quote live mitrechnen: Nicht am Monatsende überraschen lassen. Geplante Stunden × Stundensatz ÷ prognostizierter Umsatz = Quote, bevor die Woche beginnt.
  • Stosszeiten mit Teilschichten abdecken: Zwei 5-Stunden-Kräfte über Mittag und Abend schlagen eine 10-Stunden-Kraft mit Leerlauf am Nachmittag — im Rahmen der arbeitsrechtlichen Regeln (siehe unseren L-GAV-Artikel).
  • Produktivität messen: Umsatz pro Arbeitsstunde ist die faire Vergleichsgrösse zwischen Tagen und Standorten — nicht die absolute Stundenzahl.
Praxis-Tipp
Rechnen Sie einmal aus, was eine einzige überflüssige Servicestunde pro Tag kostet: bei CHF 35 Vollkosten sind das über CHF 12'000 im Jahr. Genau solche Muster macht ein täglicher Soll-Ist-Vergleich sichtbar.

Diese Kennzahlen — täglich automatisch.

STRUCT rechnet Foodcost, PK-Quote und den 21-Tage-Forecast live mit und liefert jeden Morgen ein KI-Briefing.