Zum Inhalt springen

Kennzahlen

Foodcost berechnen: Formel, Zielwerte und Beispiel für die Gastronomie

Wareneinsatzquote richtig berechnen: die Formel, gesunde Zielwerte für Speisen und Getränke, eine Beispielrechnung und 5 Hebel, wenn der Foodcost zu hoch ist.

6 Minuten Lesezeit · aktualisiert 10.7.2026

Der Foodcost — in der Schweiz meist Wareneinsatzquote (WK-Quote) genannt — ist neben den Personalkosten die wichtigste Steuergrösse eines Gastrobetriebs. Wer ihn nur einmal im Monat aus der Buchhaltung erfährt, steuert im Rückspiegel. Dieser Artikel zeigt, wie Sie ihn korrekt berechnen, welche Werte gesund sind und was Sie tun, wenn er davonläuft.

Die Formel

WK-Quote = Wareneinsatz ÷ Nettoumsatz × 100

Wichtig sind zwei Details: Erstens zählt der Nettoumsatz (ohne MwSt.). Zweitens ist der Wareneinsatz nicht gleich Wareneinkauf — massgeblich ist, was tatsächlich verbraucht wurde:

Wareneinsatz = Anfangsbestand + Einkäufe − Endbestand

Ohne Inventur-Korrektur schwankt die Quote mit jedem Grosseinkauf und ist als Steuergrösse unbrauchbar. Monatliche Inventur ist das Minimum; wöchentlich ist besser.

Zielwerte: Was ist ein gesunder Foodcost?

BereichZielkorridorBemerkung
Speisen28 – 35 %Fine Dining eher höher, Systemgastronomie tiefer
Getränke gesamt20 – 28 %Kaffee/Tee deutlich tiefer, Wein höher
Kaffee & Tee8 – 15 %Ihr profitabelster Bereich
Offener Wein30 – 40 %über Preisgestaltung steuerbar

Diese Korridore sind Richtwerte aus der Praxis — entscheidend ist der Trend im eigenen Betrieb. Eine Quote, die schleichend von 30 auf 33 % steigt, kostet bei CHF 60'000 Monatsumsatz rund CHF 1'800 pro Monat.

Beispielrechnung

Ein Restaurant macht im Juni CHF 58'000 Nettoumsatz mit Speisen. Anfangsbestand Lager: CHF 8'200. Einkäufe im Juni: CHF 19'400. Endbestand: CHF 9'100.

  • Wareneinsatz = 8'200 + 19'400 − 9'100 = CHF 18'500
  • WK-Quote = 18'500 ÷ 58'000 × 100 = 31.9 % → im Zielkorridor

Vom Foodcost zum Verkaufspreis

Für die Kalkulation einzelner Gerichte wird die Logik umgedreht: Bei einem Ziel-Foodcost von 33 % multiplizieren Sie die Warenkosten des Tellers mit dem Kalkulationsfaktor 3 (bei 30 % Ziel: Faktor 3.3) und schlagen die MwSt. auf. Ein Teller mit CHF 7.50 Warenkosten sollte also netto rund CHF 22.50 kosten.

Praxis-Tipp

Kalkulieren Sie nie nur über den Faktor: Ein Gericht mit tiefem Foodcost-Prozent kann trotzdem einen schwachen Deckungsbeitrag in Franken haben. Beides anschauen — mehr dazu im Artikel über den Deckungsbeitrag.

Foodcost zu hoch? Die 5 wirksamsten Hebel

  • Einkaufspreise überwachen: Lieferanten erhöhen still — Preishistorie je Artikel führen und bei Ausreissern nachverhandeln.
  • Portionen standardisieren: Rezepturen mit Grammangaben; die Schöpfkelle der Aushilfe ist sonst Ihre teuerste Personalie.
  • Foodwaste messen: Was im Abfall landet, wurde eingekauft. Retouren und Überproduktion getrennt erfassen.
  • Menü-Mix steuern: Renner mit gutem Deckungsbeitrag aktiv verkaufen, Penner mit schlechtem streichen.
  • Einkauf am Forecast ausrichten: Wer die Gästezahl von morgen kennt, kauft weder zu viel (Waste) noch zu wenig (Ausverkauft) ein.

Passend dazu in STRUCT

Catering-Software

Offerte kalkulieren und senden, Raum und Team planen, Küche und Service mit einem Function Sheet ohne Preise versorgen und am Ende die Rechnung aus der Offerte stellen.

Gastro-Controlling

Umsatz, Personalkosten und Wareneinsatz jeden Tag gegen Budget und Ziel, eine Hochrechnung bis zum Monatsende und die Erfolgsrechnung, bevor der Treuhänder sie liefert.

Weiterlesen

Diese Kennzahlen rechnen lassen statt von Hand

STRUCT rechnet Warenkosten, Personalquote und die Prognose über 21 Tage aus den Tagen, die Sie erfassen — und fasst sie jeden Morgen in einem Briefing zusammen.