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Planung

Budget für den Gastrobetrieb erstellen: in 5 Schritten zum Jahresplan

Vom Umsatzziel zur Kostenstruktur: Wie Sie ein realistisches Gastro-Budget aufstellen, auf Monate verteilen und unterjährig damit steuern — mit Richtwerten.

6 Minuten Lesezeit · aktualisiert 10.7.2026

Ein Budget ist kein Verwaltungsakt für den Treuhänder — es ist Ihre Referenzlinie: Erst gegen ein Budget wird eine WK-Quote von 32 % oder ein Novembersumsatz von CHF 48'000 zur Information. Ohne Budget gibt es keine Abweichung, und ohne Abweichung keine Steuerung.

Schritt 1: Umsatz realistisch planen

Basis ist das Vorjahr pro Monat (nie durch 12 teilen — die Gastronomie ist saisonal!), korrigiert um bekannte Faktoren: Preisanpassungen, Umbauten, neue Öffnungszeiten, wegfallende oder neue Events. Wer keine Historie hat, rechnet bottom-up: Sitzplätze × Umschlag × Umsatz pro Gast, je Wochentag.

Schritt 2: Kostenstruktur festlegen

KostenblockRichtwert (% vom Nettoumsatz)
Wareneinsatz28–35 %
Personal (inkl. Sozialleistungen)30–45 %
Miete / Pacht8–12 %
Energie, Unterhalt, Versicherung5–8 %
Marketing, Verwaltung, Übriges4–7 %
Zielergebnis (vor Zins/Steuern)8–15 %

Wenn die Summe über 100 % liegt, ist das Budget ehrlich — und das Konzept hat ein Strukturproblem, das kein Sparprogramm im Kleinen löst (meist: Miete zu hoch oder Umsatz zu tief für das Personalmodell).

Schritt 3: Auf Monate verteilen

Fixkosten (Miete, Versicherungen) gleichmässig; variable Kosten als Prozentsatz des Monatsumsatzes. So entsteht je Monat ein Soll für Umsatz, WK, PK und Ergebnis — die Grundlage für den unterjährigen Vergleich.

Schritt 4: Wöchentlich vergleichen, monatlich korrigieren

Der Klassiker: Das Budget entsteht im Januar und stirbt im Februar. Dagegen hilft nur Rhythmus — Ist vs. Budget wöchentlich für Umsatz und Quoten, monatlich für das Gesamtergebnis. Läuft ein Monat 15 % unter Plan, muss die Personalplanung des Folgemonats reagieren, nicht der Jahresrückblick.

Schritt 5: Forecast gegen Budget laufen lassen

Budget = was Sie sich vornehmen. Forecast = was realistisch kommt. Die Lücke dazwischen ist Ihre Handlungsaufforderung: Sagt der Forecast eine schwache Woche voraus, senken Sie die geplanten Stunden, bevor die PK-Quote kippt — nicht danach.

Praxis-Tipp

Budgetieren Sie das Ergebnis zuerst. Wer mit «was übrig bleibt» plant, dem bleibt selten etwas übrig — wer mit 10 % Zielergebnis startet, verhandelt Miete, Einkauf und Personalmodell mit einer anderen Haltung.

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